Niemand soll auf der Straße leben.
Wohnen ist ein Grundbedürfnis – Wegsehen ist keine Option.
aktiv werdenUnsere Mission
Obdachlosigkeit ist keine individuelle Schwäche – sie ist Ausdruck eines gesellschaftlichen Versagens. Wir setzen uns dafür ein, die Ursachen, Folgen und strukturellen Zusammenhänge von Wohnungslosigkeit sichtbar zu machen. Denn viele Menschen wissen nicht, wie schnell man selbst betroffen sein kann – durch Jobverlust, Krankheit, Trennung oder steigende Mieten.
Mit unserer Arbeit leisten wir Aufklärung über Obdachlosigkeit in Deutschland – sachlich, verständlich und respektvoll gegenüber betroffenen Menschen. Wir zeigen auf, wie politische Rahmenbedingungen, fehlender Wohnraum, Armut und Ausgrenzung zusammenwirken – und wie wichtig Prävention, soziale Sicherheit und solidarisches Handeln sind.
Obdachlosigkeit betrifft nicht nur „die anderen“ – sie betrifft uns alle. Eine Gesellschaft, die Menschen durch ihr Raster fallen lässt, gefährdet den sozialen Zusammenhalt. Deshalb engagieren wir uns für mehr Wissen, Empathie und politischen Druck – damit Wohnen als Grundbedürfnis und soziale Verantwortung endlich ernst genommen wird.
Bezahlbarer Wohnraum
Bezahlbarer Wohnraum schützt vor Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit. Menschen, die sicher wohnen, haben Zugang zu Bildung, Arbeit, Gesundheit und gesellschaftlicher Teilhabe. Deshalb fordern wir mehr sozialen Wohnungsbau und faire Mieten – denn ein sicheres Zuhause darf kein Luxus sein, sondern ist ein grundlegendes Menschenrecht.
Fakten zur Obdachlosigkeit in Deutschland
Wohnungslosigkeit verkürzt die Lebenserwartung drastisch
Obdachlose Menschen in Deutschland sterben im Durchschnitt 20 bis 30 Jahre früher als Menschen mit Wohnung. Ohne Schutz vor Witterung, Gewalt und Krankheiten ist das Leben auf der Straße lebensgefährlich. Wohnungslosigkeit ist ein akutes Gesundheitsrisiko, das verhindert werden kann.
Jährlich sterben Hunderte Menschen durch Obdachlosigkeit
Laut Schätzungen sterben jedes Jahr über 400 wohnungslose Menschen in Deutschland – durch Kälte, Unterversorgung oder Gewalt. Die tatsächliche Zahl liegt vermutlich höher, da viele Fälle nicht offiziell erfasst werden. Obdachlosigkeit tötet – und bleibt oft unsichtbar.
Über 260.000 Menschen in Deutschland sind wohnungslos
Aktuelle Schätzungen gehen von mehr als 260.000 Wohnungslosen in Deutschland aus. Betroffen sind nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Familien mit Kindern, Alleinerziehende und ältere Menschen. Wohnungslosigkeit ist ein gesellschaftliches Problem, das uns alle betrifft.
Es fehlt an Sozialwohnungen und bezahlbarem Wohnraum
Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist eine zentrale Ursache für Wohnungslosigkeit. Bundesweit fehlen laut Deutschem Mieterbund über 700.000 Sozialwohnungen. In Städten wie Berlin liegt der Bedarf bei über 100.000. Bezahlbarer Wohnraum ist entscheidend, um Wohnungsnot und soziale Ausgrenzung zu verhindern.
Housing First – ein wirksames Modell gegen Obdachlosigkeit
„Housing First“ hat in Ländern wie Finnland und Kanada die Obdachlosigkeit drastisch gesenkt. Der Ansatz: Erst eine Wohnung, dann freiwillige Hilfe. Auch in deutschen Modellprojekten sind über 85 % der Teilnehmenden langfristig wohnstabil. Housing First funktioniert – auch hier.
Tausende Menschen leben dauerhaft in Obdachlosigkeit auf der Straße
Bis zu 80.000 Menschen in Deutschland schlafen dauerhaft im Freien. Viele haben keinen Zugang zu Unterkünften, Schutzräumen oder medizinischer Versorgung. Das Leben auf der Straße ist gefährlich, menschenunwürdig – und vermeidbar.
Erwerbstätig, aber ohne Wohnung – Armut und Not trotz Arbeit
Etwa 10 % der obdachlosen Menschen in Deutschland gehen einer geregelten Arbeit nach. Dennoch reicht ihr Einkommen häufig nicht aus, um eine eigene Wohnung zu finanzieren. Unsichere Beschäftigungsverhältnisse, niedrige Löhne und hohe Mietpreise führen dazu, dass selbst Erwerbstätige zunehmend von Wohnungslosigkeit betroffen sind.
Jugendliche und junge Erwachsene zunehmend betroffen
Immer mehr junge Menschen werden wohnungslos – nach Konflikten im Elternhaus, dem Ende von Jugendhilfemaßnahmen oder Ausbildungsabbrüchen. Besonders gefährdet sind queere Jugendliche sowie junge Menschen mit psychischen Belastungen. Wohnungslosigkeit beginnt oft früh.
Wohnungsnot betrifft längst die Mitte der Gesellschaft in Deutschland
Nicht nur Randgruppen sind betroffen. Immer mehr Menschen mit normalem Einkommen geraten durch Mieterhöhungen, Scheidung, Krankheit oder Jobverlust in Wohnungsnot. Obdachlosigkeit ist kein Randphänomen mehr.
Frauen erleben Obdachlosigkeit anders – oft unsichtbar
Viele wohnungslose Frauen leben oft verdeckt – etwa bei Bekannten, in Abhängigkeitsverhältnissen oder in Notunterkünften ohne ausreichenden Schutz. Sie sind besonders gefährdet für sexualisierte Gewalt und Ausbeutung. Ihre Lebensrealität bleibt in vielen Fällen unerkannt und erfordert gezielte Schutz- und Unterstützungsangebote.
Briefvorlage an Abgeordnete*innen
Nutzen Sie unsere Briefvorlage, um Ihren Abgeordnete*nen direkt anzusprechen. Fordern Sie politische Maßnahmen gegen Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit und setzen Sie ein deutliches Zeichen für Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit in Deutschland.
Niemand soll gezwungen sein, auf der Straße zu leben. Das ist eine Frage der Menschenwürde.“
– Frank Johannes Hensel, Caritasdirektor Köln